Terminator Vs. Koordinator Vs. Verstand (Terminator Teile 1-3)

© Carolco Pictures, Pacific Western Productions, Lightstorm Entertainment, Le Studio Canal+ S.A. & TriStar Pictures

Wenn ich an „Terminator“ denke, erinnere ich mich immer an meinen ehemaligen Mitbewohner Arnold. Nein wirklich, das ist kein Scherz. Er bezeichnete sich selbst als „Koordinator des Universums“. Ihr glaubt, ich spinne? Dann lest meine Filmkritik zur „Terminator“-Reihe!

Filmkritik

USA 1984, 1991, 2003, 2009, 2015
Science-Fiction / Action
Cast & Crew des 1. Teilsdes 2. Teils / des 3. Teils / Die Erlösung / Genisys 

Inhalt:

Ein Terminator, ein menschenähnlicher Roboter, wird in die Vergangenheit (= unsere Gegenwart) geschickt, um Sarah Connor zu töten. Nicht etwa, um uns vor ihrer Musik zu bewahren, sondern um ihre Namensvetterin zu töten. Diese ist nämlich die Mutter des noch ungeborenen John Connor, der in der Zukunft den Widerstand der Menschen gegen die Maschinen führen wird. Für Teile 2 und 3 wird der Terminator (Arnold Schwarzenegger) umprogrammiert, um John Connor vor anderen Terminatoren zu schützen…

Trailer:

Persönlicher Bezug:

© Hemdale, Pacific Western Productions, Cinema ’84 & Orion Pictures

In meiner Studienzeit lebte ich in einer WG mit Arnold und Mina (ich habe ihre Namen bis zur Unkenntlichkeit verändert 🙂 ). Wir veranstalteten gerne Film-Abende und so erinnere ich mich gerne an unseren „Terminator“-Abend zurück.

Nein, ich werde Euch jetzt nichts von dem Abend erzählen, denn der verlief absolut ereignislos. Stattdessen erfahrt Ihr etwas über meinen ehemaligen Mitbewohner Arnold, der „leichte“ psychische Probleme hatte und der dafür sorgte, dass unser WG-Leben niemals langweilig wurde.

Ich erzähle Euch…

Die drei Anekdoten des Wahnsinns

Nach nur drei Jahren im Studentendorf Eglosheim musste ich mir eine neue Bleibe suchen und was läge da näher, als mit jemanden zusammenzuziehen, dessen Ruf es war, öfters mal durchzudrehen?

Als ich Arnold zusicherte, dass wir uns gemeinsam eine Wohnung suchen würden, wusste ich nicht gerade viel über ihn. Ich hatte bei einem seiner Filme am Set ausgeholfen (so wie Filmstudenten das nun einmal tun) und lernte ihn dort als eher ruhigen Zeitgenossen kennen, der auf mich den Eindruck machte, als hätte er in seiner Funktion als Regisseur verdammt viel im Griff.

Zugegeben, von meiner Warte aus bedeutet das nicht gerade viel, da ich als Regisseur eigentlich nie etwas im Griff hatte. Vereinzelt drangen Stimmen zu mir durch, dass Arnold einige psychische Probleme hätte und meistens, wenn ich erzählte, dass ich mit Arnold zusammenziehe, erntete ich Stirnrunzeln oder starke Irritation.

Nun mag es daran liegen, dass ich nie viel auf die Meinungen anderer gegeben habe – insbesondere, wenn sie negativer Natur waren und ich selbst die Person noch nicht so gut kannte – oder dass ich vielleicht naiv war, oder dass ich eventuell selbst einen Klatsch weg hatte/habe… wie dem auch sei: Wir zogen tatsächlich zusammen und – wie sich herausstellte – war dies eine der besten Entscheidungen meines Lebens…

Ein Jahr später. In unserer 3er-WG wurde ein Platz frei und wir suchten eine neue Mitbewohnerin. Die Wahl fiel auf Mina, eine ehemalige Krankenschwester, die jetzt soziale Arbeit studierte. Nach einigen Monaten teilte sie uns mit, dass sie kurz nach ihrem Einzug im Badezimmer Tabletten gesehen hätte, von denen sie wusste, dass man sie gegen Psychosen anwendete. Ein wenig beunruhigt fragte sie sich nun, wer denn nun verrückt war: Arnold oder ich. Und alleine die Tatsache, dass sie sich sehr unsicher war, beweist wohl, dass Arnold entweder geistig viel gesünder oder ich viel verrückter wirkte als wir tatsächlich waren. Beruhigend, nicht wahr?

Wieder einige Zeit später. Ich war gerade auf dem Sprung nach Paris, als Mina mir aufgeregt mitteilte, dass Arnold „durchgedreht“ war. Lustigerweise erinnere ich mich gar nicht mehr an die Details. Ich weiß noch, wie ich in der Psychiatrie angerufen und letztendlich dafür gesorgt hatte, dass mein Mitbewohner und guter Freund Arnold in die Geschlossene eingewiesen wurde. Ein seltsames Gefühl, insbesondere da ich am nächsten Tag erst einmal für anderthalb Wochen in Paris war. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, ihn jetzt im Stich zu lassen, andererseits war der Trip schon länger geplant und wenn nun mal die Liebe in Paris wartet…

© Willian West / unsplash.com

Als ich aus Paris zurückkehrte, besuchte ich mit Mina zusammen Arnold in der Geschlossenen. Ein surreales Erlebnis. Wir kamen in sein Zimmer, wo er uns bereits hinter einem Schreibtisch und im Schneidersitz erwartete.

Von Medikamenten benebelt war Arnold die Höflichkeit in Person (sonst natürlich auch, aber hier fiel es mir besonders auf!). Er bot uns einen Platz gegenüber von sich an, fragte uns, ob wir ein Wasser möchten und sprach in einer Weise, die ich am ehesten als „präsidial“ beschreiben würde. Und als „Koordinator des Universums“ – wie er sich selbst bezeichnete – war dies wohl auch angemessen. Arnold erzählte uns, wie er die Welt endlich durchschaut hätte und wie alles wieder ins Lot gebracht werden könne. Er wollte vor allem wissen, wie es uns ginge und ob er etwas für uns tun könnte.

© Carolco Pictures, Pacific Western Productions, Lightstorm Entertainment, Le Studio Canal+ S.A. & TriStar Pictures

Und so war bzw. ist Arnold eigentlich schon immer. Als extrem empathischer Mensch sorgt er sich selbst dann um andere, wenn er sich eigentlich auf sich konzentrieren sollte. Das Leben führte uns zwar in getrennte Richtungen, ich finde es aber beruhigend zu wissen, dass Arnold immer noch in der gleichen Wohnung lebt, in der auch ich einst hauste (ja, er wurde tatsächlich wieder aus der Geschlossenen entlassen!). Und wer weiß, vielleicht führt uns das Leben auch wieder in ähnliche Richtungen?

Und die Moral von der Geschicht? Nicht so viel auf die Meinungen anderer geben und auf sein Herz hören. Klingt kitschig? Ist es auch.

Rezension:

Dass „Terminator“ hohe Filmkunst ist, muss ich nicht wirklich betonen. Warum ich bestimmte Filme des Franchises nicht mit in den „Olymp der Medien“ erhebe, aber schon.

Beginnen wir mit „Terminator: Die Erlösung“ aus dem Jahre 2009. Der Film, der bekannter für Christian Bales Ausraster als für seine Handlung ist, versagt auf kompletter Linie. Regisseur McG erzählt eine uninspirierte Geschichte ohne Herz und Verstand. Keine Frage, der Idee, mal vom 0815-Schema der „Terminator“-Filme abzuweichen, gebührt Respekt, aber genau dieses Schema macht die Filme doch aus. Ein „Terminator“ ohne Zeitreise kann für mich einfach nicht funktionieren. Zwar können manche Szenen atmosphärisch und stilistisch dank beeindruckender Special Effects überzeugen, doch insgesamt ist „Terminator: Die Erlösung“ schon ein ziemlicher Griff ins Klo.

Terminator: Genisys“  aus dem Jahr 2015 hat einige, coole Elemente, wie z.B. die Selbstironie des alternden Arnold Schwarzeneggers, die mir sehr gut gefällt. Der Versuch, sein Altern zu erklären, gelingt besser als erwartet. Auch die Zeitreise-Elemente sind wieder vorhanden, allerdings in einer arg konstruierten und verschachtelten Handlung, die am Ende nicht gerade viel Sinn ergibt. Emilia Clarke, die Drachen-Lady aus „Game of Thrones“ und die hier Sarah Connor mimt, weiß leider nicht so recht zu überzeugen. Und so bleibt auch diesem Film die Pforte in den „Olymp der Medien“ versperrt.

© IMF Internationale Medien und Film, C2 Pictures, Warner Bros. Pictures & Columbia Pictures

Viele mögen mir widersprechen, aber ich halte „Terminator 3“ (2003) für einen sehr guten Film, der die Serie würdig fortsetzt. Natürlich kommt die Terminatrix nicht an den T-1000 heran, doch ansonsten wurden alle Elemente der Vorgänger gut aufgegriffen. Auch das Zusammenspiel von Nick Stahl und Claire Danes gefällt mir überaus gut. Das Ende ist zwar sehr kompromisslos und düster, aber durchaus passend und fügt sich nahtlos an die Vorgänger an.

Die ersten beide Teile sind Geniestreiche. Punkt.

Fazit:

Terminator 1-3 gehören in den „Olymp der Medien“, alle anderen Teile könnt ihr vergessen! Hasta la vista, baby!

Blu-Rays:

DVDs:

Soundtracks:

Veröffentlicht in Filme

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