Die anonymen Galactiker (Battlestar Galactica – Das Brettspiel)

Im Brettspiel „Battlestar Galactica“ kann man sich schon einmal in seiner Rolle verlieren. Was aber, wenn man sich selbst in „Battlestar Galactica“ verliert? Das erfahrt Ihr in meiner Brettspiel-Kritik!

Brettspiel-Kritik

Release: 2009
Verlage: Heidelberger Spieleverlag & Fantasy Flight Games
Autor: Corey Konieczka
Genre: semi-kooperatives Survival-Spiel mit Verräter-Mechanismus
Spieleranzahl: 3 bis 6 (am meisten Spaß macht es zu fünft oder sechst)
Spielzeit: ca. 2,5 Stunden (mit Erweiterungen länger)

Inhalt:

Misstrauen.Verrat. Hoffnungslosigkeit. In der Serie „Battlestar Galactica“ (2003-2009) kämpfen die letzten Menschen ums nackte Überleben. Zylonen – das sind Roboter, die wie Menschen aussehen – wollen ihre Erschaffer vernichten.

Im Brettspiel schlüpft jeder Spieler verdeckt in eine Rolle: Entweder er ist Mensch oder Zylon. Die Spieler wissen, dass mindestens ein Verräter unter ihnen ist. Sie wissen nur nicht, wer…

Trailer der Serie:

Persönlicher Bezug:

Wir haben eine eigene „Battlestar Galactica“-Whatsapp-Gruppe namens „Galactica CIC“. Das sagt eigentlich schon alles, oder?

Nur um sicherzugehen, stelle ich Euch unserere anonymen Galactiker gerne genauer vor, natürlich mit passenden Charaktertafeln, die wir regelmäßig im Spiel verwenden:

Das bin ich. Wahrscheinlichkeit, Zylon zu sein: 70%
Als Dramaturg bei „In aller Freundschaft“ konnte ich regelmäßig im Home Office arbeiten, deshalb die Fähigkeit.


Das ist Massel. Wahrscheinlichkeit, Zylon zu sein: 90%
Da er bei uns so häufig Zylon ist, ist er der einzige Charakter im gesamten Spiel, der dafür sorgen kann, dass ein weiterer Zylon ins Spiel kommt.


Das ist Sebastian. Wahrscheinlichkeit, Zylon zu sein: 50%
Wenn er ankommt und das Spiel noch nicht aufgebaut sein sollte, flippt er aus. Seine schon körperliche Abhängigkeit vom Spiel äußert sich durch Entzugserscheinungen: Noch bevor er irgendjemanden begrüßt, zittert seine Hand. Er muss einfach würfeln… (so bestimmen wir bei uns den Startspieler)


Das ist Manfred. Wahrscheinlichkeit, Zylon zu sein: 30%
Wahrscheinlich, trotzdem wie ein Zylon zu spielen: 99%
Manfred sieht aus wie ein Mensch und ist es vielleicht auch. Er ist ein einzigartiges Exemplar. Denn er hat keinen Plan! Manfred zeichnet sich durch besonders kreative Lösungsansätze aus, um nicht zu sagen: Er tut nie das, was man von ihm möchte. 🙂

Das sollte erstmal genügen. Weitere von mir ausgedachte Charaktertafeln könnt Ihr Euch hier als PDF-Datei herunterladen. Geil, wie Matze sagen würde…

Natürlich habe ich mir auch schon eine eigene Erweiterung mit zwei neuen Schiffen ausgedacht:
  
Nein, ich bin überhaupt nicht verrückt. Und ich habe mich auch nicht in „Battlestar Galactica“ verloren! 🙂

Über Feedback und Verbesserungsvorschläge zu den Charaktertafeln und vor allem zur Erweiterung würde ich mich sehr freuen! Die „Cloud Nine“ bedarf nämlich noch einer gründlichen Überarbeitung!

Rezension:

Wer „Battlestar Galactica“ kennt, wird schnell feststellen, wie perfekt das Brettspiel die Atmosphäre der Serie einfängt. Überall lassen sich Elemente finden, die auf die Serie Bezug nehmen. Vor allem die zahlreichen Krisenkarten verlangen dem Spieler einiges ab: Oft muss sich der Spieler zwischen einer schlechten und noch schlechteren Alternative entscheiden. Das Überleben erfordert einen hohen Preis und den bekommt man regelmäßig zu spüren. In diesem Sinne fängt das Spiel perfekt die Spannung und Verzweiflung der Serie auf.

Wer „Battlestar Galactica“ nicht kennt, wird dieses Brettspiel trotzdem lieben. Denn hier bekommt man im Grunde zwei Spiele zum Preis von einem. Einerseits versucht man nämlich die Galactica zu beschützen und Krisen abzuwenden, andererseits muss man aber auch herausfinden, wer der oder die Verräter sind. Dieses Metaspiel erzeugt eine Interaktion zwischen den Spielern, die ihresgleichen sucht. So mißtraut man einander und beschuldigt sich gegenseitig. Oder es entstehen Allianzen, die sich am Ende als vorschnell und unklug herausstellen. Positiver Nebeneffekt: Es gibt fast keine Downtime, da man eigentlich ständig damit beschäftigt ist zu diskutieren oder zu beobachten.Kann ich meinem Mitspieler trauen oder heckt er vielleicht schon die nächste Gemeinheit aus?

Zu erwähnen sei noch, dass ein Zylonen-Sieg deutlich leichter zu erreichen ist als ein Menschensieg. Ich persönlich empfinde dies allerdings nicht als störend, denn erstens passt es thematisch und zweitens ist ein Menschensieg dann umso befriedigender, wenn er denn mal erreicht wird.

Die Erweiterungen „Pegasus“, „Exodus“ und „Götterdämmerung“ kann ich ebenfalls nur empfehlen und bereichern das Spiel noch zusätzlich.

Fazit:

„Battlestar Galactica“ verfügt über einen hervorragenden Verräter-Mechanismus, der eine unvergleichliche Spiel-Atmosphäre erzeugt. Nicht nur für Fans der Serie empfehlenswert!

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